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Stadt, Land, Pastoral

Ausgabe Gemeinde creativ Januar – Februar 2026
Beteiligung beginnt im Kleinen – von Werkstattabenden bis zur sanierten Dorfmitte. In dieser Ausgabe zeigen wir, wie Kirche, Kommunen und Vereine durch Kooperation und Verantwortung große Wirkung erzielen. Lesen Sie dazu mehr in der neuen Ausgabe von Gemeinde creativ ab dem 26. Januar unter www.gemeinde-creativ.de.

Die Stadt preist Vielfalt, das Land Gelassenheit. Beide versprechen Lebensqualität, beide liefern Stau — der eine auf der Stadtautobahn, der andere vor dem einzigen Bäcker am Samstag. Für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte, Ehren- und Hauptamtliche gilt: Entscheidungen brauchen Nähe. Und manchmal braucht Nähe Distanz — die berühmte Nacht drüber, die auf dem Dorf erstaunlich dunkel sein kann.

Wenn Treffpunkte verschwinden, schrumpft das Wir-Gefühl schneller als der Handyempfang hinter der nächsten Kuppe. Pfarrheime, Bürgerhäuser, Dorfläden, offene Jugendzentren: Das sind keine Nostalgieprojekte, sondern Zukunftstechnik, und technikoffen wollen wir ja sein. Räume, die allen gehören, stiften Gemeinschaft. Kirche kann hier Türöffnerin sein — mit Gebäuden, die nicht nur heizen, sondern wärmen, und mit Menschen, die ansprechbar sind, bevor ein Formular entsteht.

Beteiligung klingt groß, beginnt aber klein: ein Werkstattabend, eine Kurzumfrage, ein Arbeitskreis mit klarer Aufgabe. Wer Verantwortung übernimmt, möchte Wirkung sehen. Das gilt für Jugendliche ebenso wie für Seniorinnen und Senioren. Erfolgreich sind Initiativen, die sichtbare Etappen setzen — vom bepflanzten Rondell bis zur sanierten Dorfmitte.

Stadt und Land sind aufeinander angewiesen. Die Stadt braucht Luft zum Atmen, das Land gute Verbindungen — verkehrlich, digital, mental. Innenentwicklung toppt Zersiedelung, Kooperation toppt Einzelkämpfertum. Kirche, Kommune, Vereine und Verbände gewinnen, wenn sie Aufgaben teilen: Wer Räume hat, bringt Räume ein; wer Menschen erreicht, bringt Menschen zusammen; wer Mittel hat, ermöglicht. So einfach — und so anstrengend.

Diese Ausgabe versammelt Beispiele, die Mut machen: kluge Umnutzungen, starke Ehrenamtliche, gelingende Jugendbeteiligung, Landvolkshochschulen als Kraftorte und Gottesdienste, die dahin gehen, wo Menschen sind — manchmal sogar ins Festzelt. Manches klingt nach Experiment, vieles nach gesunder Vernunft. Beides darf sein. Wir als Redaktion von Gemeinde creativ glauben an die Kraft kurzer Wege — zwischen Idee und Umsetzung, zwischen Stadt und Land, zwischen Sonntagspredigt und Montagmorgen. Wenn am Ende ein Gespräch mehr geführt, ein Raum öfter geöffnet oder am Zaun freundlicher gegrüßt wird, war es das Experiment und das Engagement wert.

Gemeinde creativ ist eine Zeitschrift des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und erscheint sechsmal jährlich. Das Magazin für engagierte Katholiken richtet sich vorwiegend an die Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden, an die Räte und Verbände, und an alle, die an einer lebendigen Kirche Interesse haben und sich dafür einsetzen. Bei Interesse an einem kostenfreien Printabonnement wenden Sie sich gerne an gemeinde-creativ@landeskomitee.de. Auf der Homepage www.gemeinde-creativ.de können alle Beiträge aus dem Magazin kostenfrei und ohne Registrierung gelesen werden. Es lohnt sich, regelmäßig dort vorbeizuschauen.