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Offene Gesellsschaft

Gemeinde creativ Ausgabe Juli-August 2026
Die „offene Gesellschaft“ ist ein großes Ideal – im Alltag fordert sie uns jedoch heraus, auch mit schwierigen Ansichten umzugehen. Die neue Ausgabe von Gemeinde creativ beleuchtet das Thema dort, wo es konkret wird: vor unseren Kirchen- und Pfarrhaustüren. Wir blicken auf das demokratische Miteinander, digitalen Hass gegen Ehrenamtliche und die Chance synodaler Prozesse in der neuen Ausgabe von Gemeinde creativ ab dem 27. Juli unter www.gemeinde-creativ.de.

Offenheit ist im echten Leben erstaunlich anstrengend. Es bedeutet nämlich, dass man sich auch mit Ansichten auseinandersetzen muss, die man selbst für puren Unfug hält.

In dieser Ausgabe von Gemeinde creativ nehmen wir das Phänomen unter die Lupe – und zwar dort, wo es besonders wehtut oder besonders dringend gebraucht wird: vor unserer eigenen Haustür, der eigenen Kirchen-, Pfarrhaus- und Pfarrheimtür und auf unseren Bildschirmen. Nach den Kommunalwahlen in diesem Jahr ist die Debatte über das demokratische Miteinander und die grassierende Polarisierung mit neuer Dynamik entbrannt. Ein politikwissenschaftlicher Beitrag seziert dazu die fundamentale Beziehung zwischen Demokratie und Glaube, während der bayerische Hate-Speech-Beauftragte im Interview unmissverständlich aufzeigt, wie digitaler Hass ehrenamtliche Stimmen mundtot machen will – ein Problem, das mittlerweile auch viele engagierte Menschen in den Pfarrgemeinden erreicht.

Dass Offenheit kein Gratisgeschenk ist, zeigt sich auf allen Ebenen. Ein Blick auf die spätmoderne Glaubenswirklichkeit wirft die Frage auf, ob synodale Prozesse nicht als Schule für demokratische Lebensformen dienen können, um Spannungen eben nicht sofort wegzudiskutieren, sondern produktiv auszuhalten. Eine wirtschaftswissenschaftliche Perspektive rechnet uns wiederum vor, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt keine reine Wohlfühlgröße ist, sondern handfeste ökonomische Auswirkungen hat – quasi eine Investition, die sich am Ende auch in Zahlen auszahlt.

Richtig praktisch wird es beim Plädoyer für digitale Souveränität in den Pfarreien durch Open-Source-Software, denn wahre Offenheit verträgt sich nun mal schlecht mit der absoluten Abhängigkeit von großen Tech-Giganten. Eine theologische Einordnung erinnert uns zudem daran, dass eine offene Kirche weit mehr sein muss als eine physisch unverschlossene Kirchentür – es ist eine Frage der inneren Haltung. Und schließlich fordert ein Kommentar einen echten Vertrauensvorschuss für junge Menschen und Frauen in den neu gewählten Pfarrgemeinderäten.

Nehmen Sie sich gerne ein Herz – und im Zweifelsfall ein stabiles Passwort.

Gemeinde creativ ist eine Zeitschrift des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und erscheint sechsmal jährlich. Das Magazin für engagierte Katholiken richtet sich vorwiegend an die Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden, an die Räte und Verbände, und an alle, die an einer lebendigen Kirche Interesse haben und sich dafür einsetzen. Bei Interesse an einem kostenfreien Printabonnement wenden Sie sich gerne an gemeinde-creativ@landeskomitee.de. Auf der Homepage www.gemeinde-creativ.de können alle Beiträge aus dem Magazin kostenfrei und ohne Registrierung gelesen werden. Es lohnt sich, regelmäßig dort vorbeizuschauen.

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