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Interview

"Kirche in Bewegung halten"

Der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg, Dr. Michael Wolf, engagiert sich seit 50 Jahren in der Kirche. Wichtig ist ihm dabei, die Kirche gemeinsam mit anderen zu gestalten. Warum er sich ehrenamtlich engagiert und was ihn derzeit beschäftigt, darauf antwortet er in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gemeinde creativ.

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Ich engagiere mich, da ich meinen Teil zu einer gelingenden Kirche und Gesellschaft beitragen will. Alleine Unzufriedenheit mit der aktuellen Lage zum Ausdruck zu bringen oder zu klagen, ist keine Option. Wenn man etwas voranbringen will, dann ist der persönliche Einsatz unerlässlich. Die Kirche liegt mir am Herzen, ich bin mit ihr aufgewachsen. Sicherlich haben wir genügend Aufgaben zu lösen, zu denen wir alle unseren Teil beitragen können. Zu guter Letzt kommen da sicherlich auch persönliche Eigenschaften mit ins Spiel: Ich kann keine Arbeit liegen sehen, Aufschieben ist nicht meine Sache.

Wie sind Sie zum freiwilligen Engagement gekommen?

Mein Weg in die ehrenamtliche Tätigkeit war einer, wie ihn viele gegangen sind. Nach der Erstkommunion bin ich Ministrant geworden und – natürlich mit wechselnden Aufgaben – bis zu meiner Hochzeit geblieben. Nach meinem Umzug war der Anschluss an die dortige Kirchengemeinde der logische Schluss – meine Schwiegereltern waren aktiv und als neues Familienmitglied ist man dann schnell integriert. Arbeit gibt es immer genug. Nach einigen Jahren bin ich dann in den Pfarrgemeinderat, später in den Dekanats- und den Diözesanrat gewählt worden. Seit 2018 bin ich nun dessen Vorsitzender.

Was beschäftigt Sie im Moment?

Neben beruflichen Dingen (ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht bei der Kirche) ist die kirchliche Situation ein kontinuierlicher Punkt meines Nachdenkens und Arbeitens. In der Diözese Würzburg sollen größere pastorale Räume geschaffen werden, um trotz der schwindenden Zahl an Priestern und Hauptamtlichen eine lebendige Kirche zu erhalten. Parallel dazu hat das Bistum ein Finanzproblem. Beides gleichzeitig zu meistern, ist sicherlich eine Aufgabenstellung, die die konzentrierte Mitarbeit der Laien erfordert. Eine Organisationsänderung unter der Bedingung knapper finanzieller Mittel bedarf einer konzertierten Aktion der haupt- und ehrenamtlich Verantwortlichen. Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Dabei bin ich etwas ungeduldig, hier bewegt sich die Kirche meiner Meinung nach nicht schnell genug. Dabei will ich aber keinen überstürzten Aktionismus, sondern eine wohlüberlegte, aber rechtzeitige Reaktion.

Was wollen Sie bewegen?

In der Wirtschaft gilt, „Stagnation ist Rückschritt“. Nicht alles, was in diesem Zusammenhang gesagt wird, passt auch auf die Kirche. Aber ich möchte uns als Kirche in Bewegung halten. Dabei ist mir wichtig, dass wir alle uns mit unseren Charismen in die Kirche einbringen. Die Kirche besteht nicht nur aus Geweihten. Den Sachverstand der Laien kann sicherlich jede Diözese brauchen und zielführend einsetzen. Ich möchte, dass die Kirche sich den Forderungen unserer Zeit stellt, sich notwendigen Änderungen nicht verschließt, ohne aber die Verbindung zu unserer Vergangenheit und insbesondere zu unseren Glaubensinhalten zu verlieren. Sie muss die Fragen der Menschen von heute beantworten, Leitlinie und Heimat sein. Dazu möchte ich mein Möglichstes beitragen.

Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil…

… wir Engagierten die Kirche ausmachen und die Kirche uns auch heute noch Wichtiges zu sagen und zu geben hat. Zusammenarbeit und Zusammenleben sind von Geben und Nehmen gekennzeichnet. Zusammen mit der Frohen Botschaft haben wir ein zukunftssicheres Konzept.

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