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Diözesanrat fordert Änderung des Dienstrechts

Personalplanung und Finanzsituation des Bistums Themen bei der Frühjahrsvollsammlung – Aktuelle Wahlperiode des höchsten Laiengremiums im Bistum Würzburg endet

Zum letzten Mal in der aktuellen Besetzung hat der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg zum Ende der Wahlperiode 2018-2022 getagt. Von Freitag, 18., bis Samstag, 19. März, beschäftigten sich bei einer Hybridveranstaltung unter Coronaschutzvorschriften insgesamt knapp 100 Delegierte online beziehungsweise im Würzburger Pfarrzentrum Heiligkreuz unter anderem mit der Finanzsituation und der Personalplanung der Diözese. Weitere Themen waren der aktuelle Stand beim Synodalen Weg und die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs (siehe eigener Bericht). 

Mit großer Mehrheit votierte das Gremium für eine zeitnahe Änderung des kirchlichen Dienstrechts. Noch immer sei es möglich, Beschäftigten bei schwerwiegenden Loyalitätsobliegenheiten zu kündigen, „die bis in den intimsten privaten Bereich hineinreichen“. Dazu zählen eine eingetragene Lebenspartnerschaft oder eine erneute Heirat nach einer Scheidung. Der Diözesanrat dankte in dem Beschluss Bischof Dr. Franz Jung und dessen Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran, die in Folge der Aktion OutInChurch zusagten, dass Beschäftigte des Bistums diesbezüglich keinerlei Maßnahmen zu befürchten hätten. „So lange jedoch das kirchliche Dienstrecht dahingehend nicht offiziell geändert ist, sind solche Zusagen von Einzelpersonen mit umfassenden Machtpotential abhängig und aufgrund von Stellenwechseln nicht permanent und rechtssicher“, heißt es in dem Beschluss.

Zudem verabschiedete der Diözesanrat eine Erklärung, in der die russische Föderation dazu aufgerufen wird, die Angriffe auf die Ukraine unverzüglich zu stoppen, das Völkerrecht wieder uneingeschränkt zu beachten sowie alle Repressionen gegen Demonstrierende und Berichterstattende sofort zu beenden. An alle Verantwortlichen in Politik, Kirchen und Gesellschaft weltweit appelliert der Text, in den Bemühungen um Frieden in der Ukraine, aber auch weltweit nicht nachzulassen. „Von unserer Bistumsleitung, den Kirchenstiftungen sowie den Ordensgemeinschaften im Bistum Würzburg erwarten wir die Bereitschaft zur Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in kirchlichen Immobilien.“ Darüber hinaus sei es wünschenswert, auch kirchliches Personal unbürokratisch und schnell für die Flüchtlingshilfe einzusetzen. Mehrfach dankten Delegierte bei der Sitzung dafür, dass das Jugendhaus Thüringer Hütte und das Haus Sankt Michael in Bad Königshofen mietfrei für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung gestellt werden.

Christian Sauer vom Vorstand des Diözesanrats betonte in seinem Rückblick auf die vergangenen dreieinhalb Jahre, das Programm „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“ habe sich als roter Faden durchgezogen. Es seien viele Strukturen und Satzungen diskutiert worden, die auf die veränderten Rahmenbedingungen reagierten. „Wir werden bald sehen, ob sie sich mit Leben füllen oder wir nacharbeiten müssen.“ Corona und die damit verbundenen Einschränkungen hätten außerdem zu einer großen Ungleichzeitigkeit im Bistum geführt, die es aufzufangen gegolten habe. Weiter habe es personelle Wechsel gegeben, die Einfluss auf die Arbeit gehabt hätten. Auf Thomas Keßler sei Dr. Jürgen Vorndran als Generalvikar gefolgt, Pfarrer Stefan Mai habe Domkapitular Christoph Warmuth als Geistlicher Assistent abgelöst.

Bei der Aussprache dankten zahlreiche Delegierte dem Vorstand für den langen Atem und den großen Einsatz für die oft zeitaufwändige Arbeit. Sie lobten zudem den guten und konstruktiven Umgangston, der auch bei strittigen Themen untereinander immer geherrscht habe. Vorsitzender Dr. Michael Wolf dankte allen Diözesanratsmitgliedern für ihren Einsatz, besonders denen, die zum Ende der Wahlperiode ausscheiden. Lobende wie kritische Worte gab es zum vorgestellten Stand von „Vision“ und „Mission“ für das Bistum. Den endgültigen Text wird Bischof Jung Ende April im Rahmen des Diözesanforums der Öffentlichkeit vorstellen.

Johannes Reuter von der Hauptabteilung Personal stellte das Projekt Personalplanung vor. Dieses habe unter anderem zum Ziel, den zurückgehenden Zahlen beim pastoralen Personal und den eingeschränkten finanziellen Ressourcen gerecht zu werden. Als Folge werde bis 2030 das Personal um etwa 30 Prozent reduziert. Von den aktuell 1487 Vollzeitstellen im gesamten Bistum verblieben daher bis 2030 etwa 1040. Wie Reuter betonte, solle diese Reduzierung zu 100 Prozent durch natürliche Fluktuation erreicht werden. Die Planung habe die drei Ebenen Pastoraler Raum, Dekanat sowie Diözesanebene, also auch die Hauptabteilungen des Bischöflichen Ordinariats, im Blick. „Die bisherige Einteilung in ‚territorial‘ und ‚kategorial‘ beim Personaleinsatz ist nicht mehr zielführend“, betonte Reuter.

Finanzdirektor Ordinariatsrat Sven Kunkel ermunterte dazu, die positiven Erfahrungen mit Kirche nach außen zu kommunizieren. Das sei ein wichtiger Beitrag, die hohen Kirchenaustrittszahlen der vergangenen Jahre zu reduzieren. Die über 8000 Austritte des Jahres 2019 beispielsweise führten jährlich zu Mindereinnahmen von rund 3,2 Millionen Euro. Das Bistum sei durch Maßnahmen wie das Baumoratorium und ein verbessertes Controlling nach finanziell schwierigen Jahren jetzt auf dem besten Weg, bis 2025 einen ausgeglichen Haushalt zu erreichen. Er selbst verstehe seine Hauptabteilung Finanzen und Immobilien als Dienstleister für die Kirchenstiftungen im Bistum. Unterstützung gebe es beispielsweise, wenn Kirchenstiftungen nicht mehr benötigte Immobilien veräußern möchten. Kunkel versprach schnelle und unbürokratische Hilfe, wo immer es erforderlich sei.

mh (POW)