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Frühjahrsvollversammlung

Keine Denkverbote mehr

Am 22./23. März, trafen sich die Mitglieder des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Würzburg, zu ihrer Frühjahrsvollversammlung im Exerzitienhaus Himmelspforten. Diözesanratsvorsitzender Dr. Michael Wolf stellte in seinem „Bericht zur Lage“ klar, dass die Diözese Würzburg derzeit über ihre finanziellen Möglichkeiten lebt. Die derzeitige Umstellung auf eine HGB-Bilanzierung sei seiner Meinung nach schon lange überfällig, bewege sich der Haushalt der Diözese durchaus auf der Höhe des Umsatzes vieler börsengehandelter Unternehmen, von denen zurecht Transparenz gefordert werde.

Allerdings könne dies nur ein erster Schritt in eine standardisierte Darstellung wirtschaftlicher Sachverhalte sein. Ebenfalls müsse eine klare und nachvollziehbare Planung und kontinuierliche Überwachung der Ausgaben erfolgen, so Dr. Wolf. Aktuell wird der derzeitige Stand ermittelt. Dies ist aus Sicht des Diözesanratsvorsitzenden notwendig, um Ziele zu definieren. „Die Zielfindung ist dabei aus meiner Sicht kein Prozess, der im Bischöflichen Ordinariat verkündet wird, sondern einer, der gemeinsam in kooperativer Weise erarbeitet werden muss“, stellt Dr. Wolf in seinem Bericht klar. Die verfügbaren finanziellen Mittel bezeichnete er als sogenannte „harte Randbedingung“.

Erfreut zeigte er sich, dass Bischof Dr. Franz Jung kurz nach seiner Weihe bereits alle Dekanate besucht und sich so über den Stand des Prozesses „Pastoral der Zukunft“ informiert und dabei direkt mit den Betroffenen spricht. Für ein Gelingen neuer Strukturen müsse von allen Beteiligten mehr Arbeit investiert werden, als das bei vielen Pfarreiengemeinschaften der Fall war. Eine Anpassung der Diözesanstruktur sei notwendig, dies müsse „transparent und unter Mitwirkung der Betroffenen geschehen“.
„Zudem müssen geeignete Maßnahmen zur Gestaltung der Verantwortlichkeiten in den Gemeinden getroffen werden.“

Begrüßen würde er eine Neuauflage der Pfarrbeauftragten als Form der Gemeindeleitung. Wenn auch kein Allheilmittel für alle Leitungsprobleme, habe er es bedauert, dass dieses Modell nicht weitergeführt wurde. In Zukunft werde man über Leitungsformen und -teams nachdenken müssen, in dem Ehrenamtliche in relevantem Umfang Verantwortung übernehmen. Allerdings sei von den Verantwortlichen dabei Fingerspitzengefühl gefragt, da diese nicht überfordert jedoch auch nicht unterschätzt werden dürften. Bei der Ausgestaltung des Lebens in den neuen pastoralen Räumen, ist er sich sicher, könne ein nachhaltiges Ergebnis nur erreicht werden, wenn es entsprechend Unterstützung gibt.

Zufrieden sei er, dass das Bistum mit der Staatsanwaltschaft kooperiert. „Was mir persönlich – und da stehe ich nicht alleine – widerstrebt ist, dass die Katholische Kirche an vielen Stellen zwar mit den staatlichen Stellen kooperiert, bis vor Kurzem sich den Fragen nach dem „Warum“ und den „begünstigenden Faktoren“ nicht in ausreichendem Maß gestellt hat“. Er forderte daher, dass nun konkrete Schritte folgen müssen, dabei dürfe es keine Denkverbote geben. Tradition sei nicht der Kern der frohen Botschaft.

Über die Einigung der Deutschen Bischofskonferenz auf einen „synodalen Weg“ zeigte er sich erstaunt. Kardinal Marx sicherte zu, dass alles getan werde um die Vorkommnisse aufzuklären und konsequent weiterzugeben. Der Diözesanratsvorsitzende erwartet greifbare Beschlüsse und deren umgehende Umsetzung. „Gründe, die zu Missbrauch geführt haben oder diesen auch nur begünstigen, müssen konsequent und nachhaltig abgestellt werden. Auch wenn dabei viele Amtsträger die eigene Lebensentscheidung werden hinterfragen müssen.“ Die „Strafvereitlung im Amt“ sei aus seiner Sicht auf jeden Fall in das Kirchenrecht aufzunehmen. Ebenso müsse die Verwaltungsgerichtsbarkeit eingeführt werden.

„Aktuell befinden wir uns aber erst am Anfang eines langen und für viele wahrscheinlich schmerzhaften Prozesses. Aber, um wirklich zu genesen, muss die Ursache der Krankheit bekämpft werden, nicht nur die Symptome gelindert.“

Den erfolgreichen Eingriff eines chinesischen Wissenschaftlers in die menschliche Keimbahn eines Zwillingspärchens, das immun gegen den Aidserreger HIV gemacht wurde, nannte er „ein Paradebeispiel für den Einsatz eines Werkzeugs, dessen Auswirkungen auf uns und die Gesellschaft noch gar nicht absehbar sind.“ Als eine der gefährlichsten Aktionen, zu denen der Mensch heute in der Lage ist, bezeichnete er diesen Eingriff. Das „Maßschneidern“ menschlicher Wesen müsse verhindert werden. „Weder kann es eine Frage des Geldes sein, ob meine Kinder und Enkel besondere Eigenschaften mit auf ihren Lebensweg bekommen, noch darf es sein, dass sich hier eine Klassengesellschaft auftut.“ Wohin so etwas führen könne habe man in der Geschichte leidvoll erfahren müssen, so Wolf am Ende seines Berichts.

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